Kath. Kirche - Pädophilie - Pflichtzölibat - Glauben

2018-09-08 Finisterre<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>pfarrei-schlieren.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>2</div><div class='bid' style='display:none;'>1241</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

In den letzten Wochen wird immer wieder auf der katholischen Kirche "herumgehackt" und es entsteht der Eindruck, dass dies gewissen Personen - auch aus dem innerkirchlichen Bereich - Freude macht.
Und wir müssen sagen, dass es Zeit ist, damit aufzuhören. Die katholische Kirche hat Fehler gemacht. Jedoch nicht alle ihrer Amtsträger und Amtsträgerinnen. Und es ist Zeit sich einzusetzen für jene, die das Gute des christlichen Glaubens in die Welt hinaustragen.
Kurt Vogt,
Das hier abgebildete Bild wurde von mir in Finisterre gemacht, dem Ende der Welt. Wer in Ruhe an diesem Ort die Landschaft geniesst und sich einlässt auf die Natur, der hat das Gefühl die Erdkrümmung wahrzunehmen oder wie die Menschen im Mittelalter dachten, das Ende der Welt und damit dass die Schiffe dort hinunterfallen. Aber dies ist nicht der Fall. Es geht weiter und es ist eine optische Täuschung. Man fällt nicht runter, sondern es geht weiter.
Bewusst nehme ich dieses Bild für die heutige katholische Kirche. Sie leistet Gutes und sehr Wichtiges - aber niemand spricht mehr davon auf Grund der Miss-Stände, die aufgedeckt werden von den letzten Jahrzehnten. All dies wird in der Zwischenzeit verschwiegen und auf die Seite gelegt. Doch die Seelsorge, die Lebenshilfe, die Lebensorientierung, die von zig-Tausenden von SeelsorgerInnen geleistet wird, darf nicht unter dem Deckmantel des Negativen verschwinden.
Ich danke all meinen Kolleginnen und Kollegen, die in der Seelsorge tätig sind und auch das Soziale - die Caritas - unterstützen und sich dafür einsetzen. Sie verdienen die Wertschätzung und die Dankbarkeit. Sie verdienen es nicht in den gleichen Topf geworfen zu werden wie jene wenigen AmtsträgerInnen in der katholischen Kirche, die Missbrauch betrieben haben und Unrecht gesät haben.
Es sind diese SeelsorgerInnen, die die Werte des christlichen Daseins leben und pflegen - und es sind mehr als 95%. - Doch von Ihnen spricht fast niemand mehr. Nicht mal mehr ihre Bischöfe und Generalvikare danken Ihnen, weil diese mit den Missbrauchsfällen beschäftigt sind und die Mehrheit vergessen, die Gutes tun.
Ja, es hat auf Grund dessen den Eindruck, dass die Welt untergeht wie in Finisterre. Aber es geht weiter wie es Galileo Galilei definiert hat. Die Welt ist rund und nicht eine Fläche.
Sehr hoffe ich, dass sich unsere Verantwortlichen in der katholischen Kirche dessen bewusst sind, und endlich auch mal wieder auf die gute Arbeit Ihrer MitarbeiterInnen hinweisen, die in Vergessenheit geraten ist.
Die Kirche - so wage ich es auch heute noch zu behaupten - leistet mit all ihren Getauften (Handwerker, Hausmänner und Hausfrrauen, Akademiker, TheologInnenen, SozialarbeiterInnen, Priester und Bischöfen und vielen anderen) viel Gutes und Wertvolles und nicht nur die Amtsträger sollten diese endlich mal formulieren, sondern auch die Medien zur Kenntnis nehmen.
Ergänzend ist zu sagen und zu hinterfragen: warum sehen wir nur immer das Negative in unserer Gesellschaft und in der Kirche - und nie mehr das Gute und Schöne?
Danke, wenn Sie das Gute auch formulieren.
Und da stehen wir auch bei der Frage des Pflichtzölibates. Wir Priester sind es eigentlich müde hierfür ständig uns verteidigen zu müssen. Die katholische Kirche würde gut daran tun, dieses weltliche Gesetz aufzuheben, dessen theologische Bedeutung schon Papst Paul VI im Jahre 1976 negiert hat und ein Dokument unterschriftsreif auf dem Tisch hatte. Das Pflichtzölibat hat auch nichts mit der Frage der Sexualität oder Verfügbarkeit für die Menschen zu tun, sondern wurde aus rein wirtschaftlichen Interessen eingeführt. Die Aufhebung dieses Gesetzes würde viele Priester von einer ständigen Begründungslast entlasten und etliche sinnlose Diskussionen erübrigen. Wir hätten dann ein paar gute Seelsorger mehr als verheiratete Priester und jene die ledig bleiben wollen müssten sich nicht ständig verteidigen.
Wann wird vom Guten geredet und geschrieben von dem, was viele SeelsorgerInnen tagaus und tagein leisten?
Autor: Kurt Vogt     Bereitgestellt: 20.09.2018     Besuche: 43 Monat
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