Schweizer Bischofskonferenz und Kinderschutztreffen im Vatikan

Petersdom in Rom<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>205</div><div class='bid' style='display:none;'>1107</div><div class='usr' style='display:none;'>27</div>

Die Schweizer Bischofskonferenz hat an ihrer Versammlung vom 25.-27. Februar 2019 auch über das Kinderschutztreffen im Vatikan beraten. In ihrem Bericht heisst es:

"Mit grossem Interesse haben die Mitglieder der SBK den Bericht von Bischof Felix Gmür, Präsident der SBK, aus dem Kinderschutztreffen im Vatikan von vergangener Woche aufgenommen. Die Teilnehmer berichteten u.a. von Kulturen aus Ländern, welche einen sexuellen Übergriff nach wie vor tabuisieren oder diesen nicht als Straftat anerkennen oder nicht über eine funktionierende staatliche Justiz verfügen. Vor diesem Hintergrund war es Papst Franziskus ein zentrales Anliegen, dass jeder einzelne Teilnehmer versteht, welche gravierenden Konsequenzen ein sexueller Missbrauch auf das Leben der Opfer hat und dass ausnahmslos sämtliche Teilnehmer in der Pflicht stehen, alles zu unternehmen, um den Opfern beizustehen, ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die Täter anzuzeigen, Transparenz zu schaffen und konkrete Massnahmen zur Prävention einzuleiten.



Die Schweizer Bischöfe werden ihre bisherige Tätigkeit im Bereich der sexuellen Übergriffe im kirchlichen Bereich konsequent weiterführen. Sie sehen weitere mögliche Handlungsfelder beispielsweise beim Beschleunigen von kanonischen Prozessen, bei der Information von Opfern oder bei der Standardisierung der Prävention.



Die Mitglieder der SBK verstehen die Enttäuschung der Opferorganisationen, welche unmittelbar nach dem Treffen klare Massnahmen erhofft hatten. Gemäss Bischof Felix wurden in Rom viele gewichtige Themen offen angesprochen (z.B. Machtstrukturen, Einbindung von Laien, Zölibat) und es wurde versucht, das Thema in seiner ganzen Breite und Tiefe zu erfassen. Der Papst wollte die Ergebnisse des Prozesses nicht mit fertigen Lösungen vorwegnehmen, sondern zunächst genau hinhören, vor allem in Hinblick auf die weltweit unterschiedliche Rechtsslage. Die Mitglieder der SBK danken dem Papst für die Organisation dieses wichtigen Treffens und hoffen, dass konkrete Massnahmen aus Rom folgen werden."
Kurt Vogt,
Sie finden hier den Text der Versammlung» der Schweizer Bischofskonferenz. Und Sie finden hier das die » Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz und der Vereinigung der Höhern Ordensobern der Schweiz zu sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld
Oder Sie können dies Dokument hier herunterladen: Richtlinien der SBK und der Vereinigung der Höheren Ordensoberen der Schweiz zu sexuellen Übergriffen in der Kirche

Die Missbrauchskonferenz in Rom ist beendet. Es wurden viele Voten gehalten, Ansprachen geführt und gebetet. Einige sind enttäuscht von den Ergebnissen und andere sind zuversichtlich.
Über die Ansprache des Papstes wird viel diskutiert und etliche sagen, es sei eine Chance verpasst worden. Damit Sie sich selber ein Bild machen können, finden Sie hier die Abschlussansprache Papst Franziskus in seinem vollen Wortlaut.
Sicherlich darf man gespannt sein auf das nun folgende "Motu proprio" in dem der Papst die verschiedenen Dinge rechtlich fixiert. Einiges davon ist ja in seiner Ansprache herauslesbar. - Sind wir aber auch ehrlich und fragen uns: sind wir bereit alle Dokumente von Rom kommend sofort umzusetzen?

Viel Entscheidender ist doch, was wir hier in der konkreten Schweiz, im Bistum Chur und Generalvikariat Zürich machen. Und dazu gehören doch folgende Punkte:

a. ein gemeinsames und einheitliches Vorgehen und Auftreten
b. der Strafregisterauszug bei Anstellungen ist ein Minimum
c. proaktives Informieren und Handeln
d. Auflockerung des Datenschutzes mit Aufwertung der ehrlichen Darstellungsweisen - auch in Arbeitszeugnissen
e. Nicht-Verschieben von einer sich fehlverhaltenden oder ungeeigneten Person von einer Stelle zur anderen
f. die Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen und falls der Sachverhalt stimmt die Bestrafung des Täters
g. eine Klärung der Anstellungsmodalitäten zwischen den öffentlich-rechtlichen Körperschaften und dem innerkirchlichen Bereich so dass nicht gegenseitig der "Schwarze Peter" zugesprochen wird.
h. Neutrale Ansprechsstelle, die mit Fachleuten besetzt ist.
i. Die verstärkte Ausbildung und Abklärung in der Ausbildungsphase mit einem Entgenwirken zu falschen Vorstellungen von "Besonderheitsdenken" als Priester/Seelsorger.

Und alle diese Punkte - die noch ergänzt werden müssen - kann das Generlavikariat Zürich, das Bistum Chur und die Schweizer Kirche schon jetzt umsetzen. Die einzige Ausnahme davon ist Punkt d mit den Arbeitszeugnissen in denen nichts Negatives geschrieben werden darf.... - was eine Verführung zur Vertuschung ist.

Warten wir nicht darauf bis andere handeln. Sondern gehen wir voran.
Autor: Kurt Vogt     Bereitgestellt: 28.02.2019     Besuche: 15 Monat
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