Die Kirche soll/muss sich verändern - Dokumente der Synode 72 Chur

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Nach dem zweiten Vatikanischen Konzil wurde entschieden in den verschiedenen Bischofskonferenzen und Bistümern die Beschlüsse des Konzils zu diskutieren und für den Weg in der eigenen Region umzusetzen. Hierzu wurde im Bistum Chur die Synode 72 einberufen auf Grund einer gemeinsamen Befragung in der ganzen Schweiz mittels eines Fragebogens. Die vorberatenden Diskussionen führten zu Arbeitspapieren und verschiedenen Prozessen des Diskutierens und sich Findens. Sie finden hier die verschiedenen Texte, die sonst oftmals schwer zugänglich sind, weil sie schon fast 50jährig sind. Sie sind hier veröffentlicht mit der Einladung zur Diskussion für das Jubiläum im Jahre 2022 "50 Jahre Synode 72 im Bistum Chur" - in der Hoffnung, dass dies Jubiläum begangen wird.
Kurt Vogt,
Der damalige Bischof Johannes Vonderach schrieb in seinem Vorwort:

VORWORT
Gesamtband Synode 72
Nachdem das Sachverzeichnis aller Synodendokumente im 14. und letz­ten Einzelheft vorliegt, kann nun der Gesamtband der Synode 72 Bistum Chur herausgegeben werden. Dieses Buch gibt einen zusammenfassen­den Überblick über die vielfältige Arbeit der Synode, welche zum Lern­prozess für die Beteiligten wurde.
Die Aufgaben, vor die wir alle gestellt sind, verlangen auch fernerhin vollen Einsatz, denn unsere Zeit erlebt vermehrt die vielseitigen und schnellen Veränderungen auf den mannigfachsten Gebieten unserer ge­sellschaftlichen Verhältnisse. Hier muss der Ruf des Zweiten Vatikani­schen Konzils immer wieder gehört und das Ziel der Synode immer mehr verwirklicht werden: es geht darum, die Botschaft des HERRN zu vertiefen und unseren Glauben zu stärken. Dafür bitte ich alle, Priester, Ordensleute und Laien, um ihre Mitarbeit. Der Fünfjahresplan, den ich Ende 1976 für die weitere, aus der Synode sich ergebende Tätigkeit in Kraft gesetzt habe, 9ibt die nächsten Etappen auf das Ziel hin an. Arbeitsunterlagen für das laufende Jahr sind vom Bischöflichen Ordina­riat inzwischen den Pfarrämtern und den entsprechenden Stellen bereits zugesandt worden. Vor allem hat in Verbindung mit dem Ordinariat auch der Diözesane Seelsorgerat die Synodenarbeit in sein Tätigkeits­programm aufgenommen.
Ich möchte auch hier erneut ein Wort des Dankes allen Synodalen und Beteiligten aussprechen, die von der ersten Vorbereitung an bis zum Abschluss der Synode mitgewirkt haben. Besonderer Dank gebührt dem Präsidenten des Präsidiums der Synode 72 Bistum Chur, Bischofs­vikar Prof. Alois Sustar, für seinen unermüdlichen Einsatz im Dienste dieses Werkes, wie auch dem Präsidium und den Verhandlungsleitern. In diesen Dank schliesse ich ferner die Präsidenten und Mitglieder der 12 Sachkommissionen ein, sowie die übrigen Synoden- und Vorberei­tungskommissionen, und ebenso die offiziellen Vertreter anderer Kir­chen und Institutionen. Aufs beste danke ich ebenfalls Sr. Marionna Theus für ihre grosse Arbeit, sowie dem ganzen Sekretariat, der Presse­stelle und den Bearbeitern des Sachverzeichnisses.
Die Synode war schon bei ihrer Einberufung vor die Aufgabe gestellt worden, den Menschen vom Evangelium her ihren Dienst in der Ge­meinschaft der Kirche anzubieten. Sie würde ihre Wirkung einbüssen, wenn dies nur geschichtliches Ereignis bleiben sollte. Aus dem_ Sachverzeichnis und den Synodendokumenten wird ersichtlich, wie vielfältig ihre Arbeit einerseits geleistet wurde, und wie sehr diese anderseits Herausforderung zur Konfrontation mit der Wirklichkeit bleibt. Auf einzelne Dimensionen, die in der Synodenarbeit sichtbar wurden und die bei der Bewertung. der Synodendokumente zu beachten sind, bin ich bei der Ansprache an der Schlusssitzung vom 30. November 1975 eingegan­gen. Es geht um den Zusammenhang mit lehre, Ordnung und Disziplin der Gesamtkirche, um die theologische, pastorale und kirchenrechtliche Bedeutung, um die Ausrichtung auf die Zukunft und um die ökumeni­sche Sicht. Bezüglich der weiteren Darlegungen dieser einzelnen Di­mensionen verweise ich auf die genannten Ausführungen.
Die Arbeit der Synode ist ausgegangen von ihrer Ankündigung bei der Konzilsfeier am 22. Mai 1966 in der Kathedrale, wo ich darauf hinwies, dass «unsere Synode vor allem der Seelsorge in unserer Zeit. und dem brüderlichen Dienst» gelten soll. In der Homilie des Gottesdienstes in der Kathedrale vom 30. November 1975 habe ich die abschliessenden Worte zur Synode gesprochen, zum Dank an Gott den Allmächtigen aufgefordert und die Zukunft der Fürbitte der Gottesmutter Maria, St. Luzius', Bruder Klaus' und aller Bistumsheiligen anempfohlen. In brüderlicher Zusammenarbeit sind alle aufgerufen, weiter zu wirken zur Ehre Gottes, in der Sendung der Kirche und für den Dienst der Men­schen. Dazu erflehen wir Gottes Hilfe und erbitten das Gebet und die Mitarbeit in allen Regionen unseres Bistums
Chur, den 15. August 1977
+ Johannes Vonderach, Bischof von Chur

Nachtrag
Verwirklichung der Synode 72 im Bistum Chur
Die Diözesane Pastoralplanungskommission des Bistums Chur hat einen Pastoralplan für die Verwirklichung der Synode 72 im Bistum Chur erarbeitet. Nachdem der Priesterrat und der Seelsorgerat der Diö­zese Chur wie auch das Präsidium der Synode diesem Plan zugestimmt haben, hat das Bischöfliche Ordinariat an seiner Sitzung vom 9: Dezember 1976 den Plan genehmigt. Der Plan sieht auf Grund der Synodenbeschlüsse folgende Schwerpunkte für die Pastoral in den nächsten Jahren vor:
I. 1. 1977/78: Vertiefung des religiösen Lebens: Gebet, Gottesdienst, Sakrament unter besonderer Berücksichtigung der Kirche (Synodendokumente 2 und 4).
2. 1978/79: Glaubensverkündigung und kirchliche Dienste (Synodendokumente 1 und 3)
3. 1979/80: Soziale Aufgaben der Kirche (Synodendokumente 7,8 und 10).
4. 1980/81: Ehe und Familie, Erziehung und Bildung (Synodendokumente 6 und 11)
5. 1981/82: Die Kirche in der Gesellschaft (Synodendokumente 5,9 und 12)
II. Im Vordergrund der Planung stehen die pastoralen Anliegen, die Synodendokumente bilden die Grundlage.
III. Der Plan wendet sich vor allem an die Seelsorger, Seelsorgeräte und Verbände, wobei den einzelnen Gruppen für ihre Arbeit genügend Freiheitsraum gelassen werden soll.
IV. Für das Schwerpunktthema des Jahres werden kurze praktische Unterlagen für die Seelsorger, Seelsorgeräte und Verbände recht- zeitig erarbeitet.
V. Im Plan sind nur die beiden ersten Themen in ihrer Reihenfolge·definitiv festgelegt, damit bei der Bestimmung der weiteren Themen auf die Entwicklung und die konkreten Bedürfnisse Rücksicht genommen werden kann.
VI. Die Seelsorger, die Seelsorgeräte, die Verbände und die Gruppen sollen genügend Freiheit haben, um im Rahmen des Gesamtplanes zeitliche und thematische Konkretisationen vorzunehmen.
Chur, 28. Dezember 1976
+ Johannes Vonderach, Bischof von Chur
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Sie finden hier die verschiedenen Dokumente in der Reihenfolge gemäss "Synode 72 Bistum Chur, Gesamtband"
1 Glauben in dieser Zeit
2 Gebet Gottesdienst und Sakramente im Leben der Gemeinde
3 Kirchlicher Dienst
4 Kirche im Verständnis des Menschen von heute
5 Oekumenischer Auftrag in unseren Verhaeltnissen
6 Ehe und Familie im Wandel unserer Gesellschaft
7 Die Verantwortung des Christen in Arbeit und Wirtschaft
8 Soziale Aufgaben der Kirche
9 Beziehung zwischen Kirche und politischen Gemeinschaften
10 Mission als Verantwortung der Kirche für Verkündigung Entwicklung und Frieden
11 Bildungsfragen und Freizeitgestaltung
12 Information und Meinungsbildung in Kirche und Oeffentlichkeit
13 Dokumentation
Bereitgestellt: 19.05.2020     Besuche: 112 Monat
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